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Fakultät Physik

WDR Lokalzeit berichtet über die Arbeit am IceCube-Experiment

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© WDR
Prof. Christian Glaser während seines Interview mit dem Team der WDR Lokalzeit.
Das Team der WDR Lokalzeit war zu Besuch an der TU Dortmund, um über die Arbeit am IceCube-Experiment zu berichten.

Ein Kamerateam der WDR Lokalzeit war kürzlich an der Fakultät Physik der TU Dortmund zu Gast, um über das Upgrade des IceCube Neutrino Observatory im antarktischen Eis zu berichten. Dazu begleitete es unseren Doktoranden Johannes Werthebach, der die Sommersaison 2025/26 am IceCube-Experiment verbracht hat, und Prof. Christian Glaser von unserem Lehrstuhl. Außerdem wurde unsere ehemalige Lehrstuhlangehörige Dr. Alicia Fattorini per Videochat interviewt. Sie verbringt derzeit ein ganzes Jahr am IceCube-Experiment und erzählt von ihrem Leben vor Ort.

Prof. Glaser erläutert im Beitrag des WDR die wissenschaftliche Bedeutung des Neutrinoexperiments. Neutrinos sind extrem leichte, elektrisch neutrale Teilchen, die nahezu ungehindert durch Materie hindurchfliegen und auch nicht durch kosmische Magnetfelder von ihrer gradlinigen Flugbahn abgelenkt werden. Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sie sich als Botenteilchen, um Erkenntnisse über entfernte Regionen des Universums zu gewinnen. Gleichzeitig sind sie dadurch jedoch schwieriger zu detektieren. Das IceCube-Experiment nutzt das klare Eis der Antarktis als Detektormedium. Wenn Neutrinos dort mit Atomen wechselwirken, entstehen schwache Lichtsignale, die von den im Eis verteilten Sensoren registriert werden können. Aktuell wird das IceCube-Experiment zur nächsten Ausbaustufe IceCube-Gen2 weiterentwickelt, wodurch die Empfindlichkeit des Detektors weiter erhöht und die Messung kosmischer Neutrinos noch präziser wird. Während des antarktischen Sommers wurden dort insgesamt 670 neue Sensoren und Kalibrierungsgeräte installiert. Die neu installierten optischen Module wurden unter anderem an unserem Lehrstuhl mitentwickelt und getestet.

Werthebach war von November 2025 bis Mitte Februar 2026 am Südpol im Einsatz und ist inzwischen nach Dortmund zurückgekehrt. Für seine Dissertation testete er mehrere tausend Photomultiplier und war an der Installation der neuen Multi-Photomultiplier-Module beteiligt. Im Beitrag erklärt er, wie die empfindlichen Sensoren in das kilometerdicke Eis eingebracht werden.

Per Videochat gibt Fattorini, die ihre Promotion vor einigen Jahren an unserem Lehrstuhl abgeschlossen hat und derzeit für ein Jahr am IceCube-Experiment vor Ort ist, einen Einblick in das Leben und die Arbeit unter den extremen Bedingungen in der Antarktis. Bei Temperaturen um −57 °C ist spezielle Schutzkleidung notwendig, da ungeschützte Haut in kürzester Zeit Erfrierungen erleiden kann. Zwischen Februar und Oktober kommt kein einziges Flugzeug, sodass sich die Forschungsstation selbst versorgen muss. Fattorini wohnt am Experiment in einer internationalen Gemeinschaft von rund 45 Forschenden, die wie in einer großen Wohngemeinschaft mit Schlaf- und Aufenthaltsräumen, einer Sporthalle und sogar einem Gewächshaus für frisches Obst und Gemüse leben. Die Forschenden übernehmen zusätzliche Aufgaben vor Ort, beispielsweise im Rahmen einer eigenen Feuerbrigade. Die Kommunikation mit der Außenwelt erfolgt über eine Satellitenverbindung, die täglich für einen begrenzten Zeitraum von etwa zwölf Stunden eine Internetverbindung ermöglicht.

Wir freuen uns, dass der Beitrag des WDR Einblicke in unsere Forschung und in die Arbeit am IceCube-Experiment ermöglicht. Er ist unter diesem Link zu finden.